Fondei Weihnachtskneipp 7./8.12.19

Während unten in der Stadt die Weihnachtseinkäufe in Geschenktüten verschnürt wurden, packten wir unsere Rucksäcke für die Skitour. Während vor den Fondue-Hütten Zürichs Felle auf die Bänke gelegt wurden, zogen wir unsere auf die Ski. Während in der Stadt die Handys im Weihnachtsstress piepsten, schalteten wir unsere auf Flugmodus und die LVS ein und entflohen der – wenn doch grauen, so doch im Weihnachtslichterglanz erstrahlenden – Stadt in die weissen Berge.

Aber, um dies vorweg zu nehmen, auch bei uns war es weihnachtlich, als wir auf der Fondei Hütte zum alljährlichen Weihnachtskneipp ankamen: Mandarinen, Nüsse und Schokoladenkugeln standen auf den Tischen und erfüllten uns mit festlicher Vorahnung und beglückten die von der Winterluft und den Aufstiegen hungrigen AACZler – das lässt sich erahnen, wenn man im Licht des nächsten Morgens das Schalenmeer vor dem Küchenfenster sah.

Aber zurück zum Start.

Abfahrt in einer Gruppe um 7:37 ab Hauptbahnhof Zürich, bei den anderen einige Stunden später. Ein Grüppli lief über die Fiederiser Heuberge. Erlebnis hier war das Alpentaxi: man erdachte sich einen Bus, doch entdeckte nur den Transporter. Ski passten hinein und die Fahrgäste sassen am Boden, hielten sich halb stehend am Gepäck fest, rumpelten bergan. Dann stieg der Chauffeur aus und wollte sich für Schneeketten entscheiden. Aber nach 50 Prozent legte er die Arbeit nieder und die andere Schneekette doch wieder ins Auto. 23 CHF pro Person kostete es trotzdem und oben kamen wir auch noch an. Neben den unbefahrenen Pisten ging es dann zum Strassberger Fürggli, von dort westlich der kleinen Schlucht vorbei zur Fondei. Wir kletterten durchs Fenster, stellten das Wasser an und machten Feuer. Später traf dann der Schlüssel ein, sodass alle anderen die gute Stube durch die Tür betreten konnten. Die 7:37 Gruppe lief dann noch zweimal Richtung Zenjiflue hoch und verspurte den Hang. Aber nicht so fest; am nächsten Vormittag wurde er von fast allen anwesenden AACZlern weiter mit schönen Schwüngen dekoriert. Währenddessen füllte sich die Hütte. Mehr Holz wurde nachgelegt, die Mandarinen ausgepackt. Zwei kamen von Langwies mit Schneeschuhen und die ersten Tees wurden gekocht. Während man darauf wartete, dass das Wasser heiss wurde, gab es kühles Bier. Mit dem Eindunkeln kam die letzte Gruppe an. Sie waren über die Stelli aufgestiegen. Ein Fest war das Abendessen. Es gab Salat, die Sauce wurde bereits in Hamburg gerührt. Der zweite Gang war ein Risotto mit Steinpilzen und vielen verschiedenen Gesprächen, wechselnden Tischnachbarn und gefühlten 35 Grad im Raum. Der Ofen arbeitete. Als die verschiedenen Nachtische gereicht wurde, passte fast nichts mehr in die Bäuche und Kuchen gab es dann auch noch zum Frühstück. Der Abend klang fröhlich aus, Routenpläne für den nächsten Tag waren beschlossen und würden sich noch ein paar Mal ändern, die Tür nach oben liess warme Luft zum Matratzenlager und es war wohl das erste Mal im Leben, dass ich kurzärmlig auf einer Berghütte übernachtete.

Wenn das Birchermüsli so delicieux geduftet hätte, wie es geschmeckt hat, hätte wohl keiner ein Auge zu gemacht. Dann war es aber doch der Kaffeeduft, den der frühe Vogel gemacht hatte, der einen nach dem anderen zum Frühstück eintreffen liess. Wieder wurden Pläne geschmiedet und aufgeräumt, sich selber und die Fondeihütte. Es wurde gekehrt und das letzte Mal die Nase gerümpft beim Besuchen des Plumpsklos. Hier teilten sich wieder die Gruppen auf: Schneeschuhe Richtung Davos, der eine nach Fiederis, die anderen nochmal Schlangenlinien ziehen am Hang der Senjiflue, wie schon am Vortag, diesmal aber mit Besuch des Gipfels. Am Fluss teilte sich dann diese Gruppe nochmals auf: Blasen, neue Schuhe, nicht mehr haftende Felle liessen ein paar direkt abfahren nach Langwies. Wir anderen stiegen noch mal auf Punkt 2520 auf und fanden dann unseren Weg mit ein paar Steinen über das Heimeli, vorbei an gefrorenen Eiszapfen, nach Langwies zum Bahnhof.

Welch herrliche Skitage!

Yonca Krahn